Wie lange dieser Platz hoch über Patergassen als Zufluchtsort und Ort der Besinnung besteht, und von Menschen aus nah und fern aufgesucht wird, ist nicht überliefert. Ein schlichtes Holzkreuz unterstützt Schutz suchende Menschen bei ihrer Andacht. Man findet es unter einer uralten fünfwipfeligen Lärche – manche sehen in ihr die 5 Weltreligionen repräsentiert. Es wird von einem traditionellen Ringzaun eingerahmt, welcher in den 1980-er Jahren von der Dorfgemeinschaft unter Mithilfe der Jägerschaft errichtet worden war. Man wollte diesen besonderen Platz vor Vieh und Wildbiss geschützt wissen.
Im Jahr 1983 wurde unter dem Obmann der Dorfgemeinschaft Patergassen Hannes Pirker auch das alte Kreuz renoviert. Das Holzkreuz wurde von Hans Foditsch aus Mitterdorf angefertigt. Der geschmiedete Korpus darauf stammt vom Kunstschmiedemeister Markus PIRKER. Die Einweihung und Segnung desselben erfolgte in einer ökumenischen Feier (Dechant Joh. Wedenig , Pfarrer Albert Mauder), welche durch den Chor der Dorfgemeinschaft (Ltg. Ingeborg Steinwender) und der Jagdhornbläsergruppe (Ltg.Markus Pirker) umrahmt wurde. Von da weg wurde dieser energetische Platz für Sonnwendfeiern und Hubertusfeiern genutzt und als Ort der Besinnung in Erinnerung gerufen.
Schon seit Jahren wird diesem besonderen Platz durch einige Einheimische dadurch noch mehr Beachtung geschenkt, indem er instand gehalten , gepflegt und mit Blumen versehen wird. Ihnen gebührt an dieser Stelle großer Dank. Es sind dies rührige Männer und Frauen, denen das Preißlkreuz ein Anliegen ist. Unter ihnen findet man Namen wie:
Walter Steinwender, Fritz Huber, Karl Sappl, Siegfried Bacher, Hubert und Burgi Bacher- sowie unzählige Frauen aus St. Margarethen, die meisten von ihnen schon in vorgerücktem Alter! Sie wollen den Platz für weitere Generationen erhalten.
Besonderer Dank gilt dabei dem Grundeigentümer Manfred Gellan, welcher den Platz für alle zugänglich macht und auch immer das Holz für den Zaun zur Verfügung stellt.
Dieser besondere Platz ist ein Kleinod in unserer nächsten Umgebung. Er will sich mit diesem Artikel in Erinnerung rufen! Von hier aus hat man nicht nur eine prächtige Aussicht ins Obere Gurktal , man kann hier nötige Ruhe und Besinnung finden. Man kann das Preißlkreuz von drei Seiten aus erreichen. Man geht von Botendorf aus oder direkt von Patergassen aus, man kann aber auch den gemütlichen Spaziergang von St. Margarethen über die Lassen nehmen.
Vielleicht ist es demnächst ein Ziel für ihren Sonntagsspaziergang mit der Familie oder es wird für Sie ein ganz persönlicher Platz für innere Einkehr…
(Ingeborg Steinwender, Volksschuldirektorin i.Ruhe)
Es handelt sich um einen Bildstock, in Österreich und Bayern oft auch als „Marterl“ oder Wegkreuz bezeichnet. Meistens befindet sich darauf ein gemaltes Votivbild oder Andachtsbild, oder eine Skulptur mit dem gekreuzigten Christus, wie das auch hier in Patergassen ist.
In den Alpenländern ist die Errichtung und Pflege von Bildstöcken eine weitverbreitete Form der Volksfrömmigkeit. Sie stehen an Wegkreuzungen als Zeichen der Dankbarkeit für überstandene Gefahren oder Seuchen, sowie zur Erinnerung an Unglücksfälle. Oft bestehen sie seit der Pestzeit, die im Mittelalter im 14. Jahrhundert in Europa gewütet hat und ein Drittel der Bevölkerung dahingerafft hatte, wohl auch mangels geeigneter Medizinen.
So dürfte auch das „Bäck-Kreuz“ aus dieser Zeit stammen (es existieren keine Jahreszahlen der Errichtung). Seinen Namen hat es erst viel später erhalten, als daneben die Backstube Weissensteiner entstand (eines der ältesten Häuser in Patergassen). Bei diversen Verlegungen (Straßenbau und andere Baumaßnahmen) wurde es gleichzeitig auch renoviert, dabei leider auch geringfügig verändert.
Die Dorfgemeinschaft Patergassen unter Obmann Hannes Pirker renovierte den baufälligen Bildstock 1980, später noch einmal 1988. Nunmehr schmückt er den neu errichteten Dorfplatz von Patergassen.
Im Anschluss finden sie mehrere Ansichten des Bildstockes im Laufe seiner Geschichte…
(Ingeborg Steinwender, Volksschuldirektorin i.Ruhe)
Als Napoleon im Zuge der französischen Revolution in die Macht kam, versuchte er sein Land über große Teile Europas auszudehnen. Von da an gab es fast ein viertel Jahrhundert Kriege gegen die Monarchien des Abendlandes, so auch gegen Österreich. (1792-1815)
Österreich verbündete sich im Kampf gegen die Franzosen vor allem mit Preußen und Russland und führte drei Koalitionskriege gegen Frankreich.
Der erfolgreiche Feldzug Napoleons 1796-1797 im Verlaufe des 1. Koalitionskrieges führte zum Sieg in Italien. Danach drangen die Franzosen durch Friaul, Krain, Kärnten bis in die Nordsteiermark nach Leoben vor.
1809 gelang Napoleon sogar der Vormarsch bis Wien vor und besiegte Österreich in der Schlacht bei Wagram. Im Friedensschluss von Schönbrunn verlor Österreich die Küstenländer Istrien, Dalmatien, Kroatien sowie Friaul und Teile Kärntens (Osttirol und Westkärnten) an Frankreich. Diese Länder wurden von Frankreich als „Illyrische Provinz“ mit Hauptstadt Laibach zusammengeführt.
Die Grenze zwischen Österreich und dem Franzosenreich Illyrien verlief mitten durch Reichenau. Der genaue Verlauf der Grenze war vom Ostrand des Turracher Sees zum Schoberriegel – Kaserhöhe – Speikkofel – St. Lorenzen – Schussgraben. Hier wurden die Grenzen durch einen Grenzstein – den „Franzosenstein“ markiert. Der weitere Verlauf der Grenze war über den Lassenberg – Kruckenspitze – Feldkirchen – Ossiachersee bis zum Mittagskogel.
Reichenau, Patergassen und St. Margarethen lagen also damals in der französischen Provinz „Illyrien“.
Erst 1813, nach dem Sieg über Napoleon in der Völkerschlacht von Leipzig, kamen alle Teile der Provinz Illyrien (so auch alle verlorenen Teile Kärntens) wieder zu Österreich zurück.
Der Franzosenstein befindet sich auf dem Weg von Ebene Reichenau in Richtung St. Lorenzen, in Schuss.
© Fotos: Thomas Pirker